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Die Ochtersumer Aula ist anscheinend nicht wiederzuerkennen. Wo sonst im hellen Neonlicht eher nüchterne Reden gehalten werden, verwandeln bunte Scheinwerfer die Halle in eine schwummrige Rockfestival-Beleuchtung und auf gleich zwei Bühnen wird ein abwechslungsreiches Lifemusikprogramm geboten, das Ochtersum so auch noch nicht erlebt hat. Jazz und Rock in Ochtersum war dass Motto und hatte am Samstag vor Halloween über 300 Kids und Erwachsene zum “Ortsteil-Woodstock“ aufbrechen lassen. Und das alles auch noch für einen guten Zweck.
Die Idee hierzu wurde von ein paar Mitgliedern der katholischen St. Altfriedgemeinde, der evangelischen Lukasgemeinde und dem Ochtersumer Jugendtreff geboren. „An allen Stellen werden die Zuschüsse für Jugendarbeit gestrichen, warum dann nicht mal selbst das Zepter in die Hand nehmen,“ so dachten sich die Akteure. Was im kleineren Rahmen vor 5 Jahren schon einmal in der St. Altfried Gemeinde toll gelaufen war, sollte nun als Ortsteil-Rockfestival umgesetzt werden.
Die Idee war klar: „alle packen mit an, jung und alt, freiwillig und unendgeldlich. Und der Reinerlös aus der Veranstaltung fließt der Jugendarbeit zu.“
Ja, und weil es diesmal größer werden sollte, brauchte man natürlich eine große Halle. Hierzu konnte man den Ochtersumer Ortsrat als Schirmherr gewinnen, der die große Ochtersumer Aula hierfür kostenlos zur Verfügung stellte und sich anschließend sogar über die unerwartete Bereicherung der parallel stattfindenden Ochtersumer Kulturtage freute. Nicht vergessen sein die Sponsoren für Plakate und Wurfzettel, die notwendigen Versicherungen oder auch eine großzügige Spende zur Anmietung einer Musikanlage. Sage und schreibe fünf Bands meldeten sich, um, natürlich auch ohne Gage, das Festival mit Leben zu füllen.
Und dann ging es los. Mütter zauberten ein super Fingerfood-Büffet, Väter hievten Boxen und Lichtanlage auf die Bühne und Töchter und Söhne waren sowohl vor und hinter der Bühne mit Auf-, Um- und Abbauten beschäftigt, oder als Akteure auf der Bühne mit dabei.
Was da als Programm auf die Bühne gebracht wurde, konnte sich wirklich sehen lassen.
Die “Cats in Action“, drei Schülerinnen aus der Renataschule eröffneten die Veranstaltung mit einer gelungenen Tanzeinlage aus dem Musical Cats. Und dann ging es los mit den Bands. Den Start machten Los reyS, eine junge Rock-Band, die sich inzwischen bei einigen Veranstaltungen in Ochtersum schon einen Namen gemacht hat. Wild und laut begeisterten die “Muffins“, eine alternative Rock Band, die sich aus der evangelischen Jugend Diekholzen/Barienrode rekrutiert, ihre überwiegend jungen Fans. Die Dynamik mit der die Songs, als auch Bühnensprünge vollzogen wurden, sucht sicher seines Gleichen auf Viva oder MTV. Es folgten gekonnt dargebotene Interpretation von “neuen Rock und Pop Klassikern“ durch “Lady and the Trumps“. Gut interpretierten Jazz-Klassiker, vorgetragen vom „Steinbergtrio“ kamen gerade richtig um dem Publikum auch ein wenig Erholung zu gönnen, bevor zum Abschluss die professionell aufspielenden B.BOSI, mit Rock-Klassikern und eigenen Songs den Saal noch einmal zum Kochen brachten. Wer davon noch nicht genug hatte, konnte sich am Ende der Veranstaltung auch noch eine CD von den BOSIs kaufen. Natürlich auch als Spende für die Jugendarbeit.
Einen Eindruck vom echten Woodstock-Feeling kann man sich übrigens auch auf den Fotos, der eigens für die Veranstaltung eingerichteten Homepage www.rocknacht-ochtersum.de , verschaffen.
Rund 800€ Reingewinn für die Kinder- und Jugendarbeit in Ochtersum, das tolle Ergebnis des Abends. Und am Ende waren sich alle Akteure einig, dieses Woodstock in Ochtersum wird es sicherlich wieder geben.
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